Immer noch kommt es vor, dass ich mehr Druck mache als nötig. Oder eine Übung auswähle, die sich anschliessend als falsch herausstellt. Und dann schwingt manchmal der Rücken nicht mehr so frei wie vorher. Trotzdem möchte ich auf keinen Fall zurück zum Reiten auf langen Linien. Ich habe gespürt, dass man das Pferd an einer Hand führen und so jedes Bein einzeln beherrschen kann. Und nun möchte ich wissen wie.
Trotz dieser gelegentlichen Schwierigkeiten warten die Pferde mit erstaunliche Ergebnissen auf. Alle sind nun leicht an der Hand und reagieren fein, auch wenn vieles noch nicht geht. Ich finde heraus, wie einige Tritte Kruppeheraus im rechten Augenblick für die Aktivierung des rechten Hinterbeins Wunder wirken. Eine oder mehrere Wendung auf der Vorhand unter dem Sattel verspannt die Schultern eher, während einige langsame lockere Schulterherein artige Vorhandwendungen an der Hand eine ganz neue Phase einläuten können. Wie heute bei Anna, die dabei spontan sämtliche Widerstände im Bewegungsapparat aufgegeben hat. Vorallem Pinochio und Fiona profitieren neben dem Seitwärts- auch vom Rückwärtstreten. Nur Fabian gibt mir noch Rätsel aus. Erst wollte er nicht rückwärts und nun will er am liebsten rückwärts.
Hier angesprochen sind die Kardinalfehler: Das aufgrund der Schiefe schwächere rechte Hinterbein und die sich daraus ergebende fehlende Konsolidierung des Bewegungsablaufs. Steife, verhaltene Hanken und daraus resultierende latente Störungen des Bewegungsapparats. Und die Frage, ob neben der noch anstehenden Kräftigung der Muskulaturen nicht erst noch etwas heilen muss im Pferd.