Schon in der Kürze des diesjährigen start-ups zeigt es sich wieder, dass in der Pferdeausbildung mit einer Logik vorgegangen werden muss, die der Physiologie des Pferdes entspricht. Es nützt also gar nichts, wenn der Reiter bestimmte Dinge vom Pferd will. Und mit der neuen Zügelführung ist im Prinzip einfach. Er muss sich an die Abfolge der Übungen halten, die dem Körper des Pferdes gut tun.
Ich habe im study-horsemanship dieser Abfolge viel Aufmerksamkeit gewidmet. Dabei hat mich immer wieder fasziniert, wie sehr sich die Reihenfolge der Übungen, die ich vor den Jahren meiner Sportreiterei in der klassischen deutschen Reiterei kennengelernt hatte, auch im study-horsemanship wieder bewährten. Nur ein Beispiel: die mit dem jeweiligen Außenzügel in der ersten Phase der Geraderichtung gerittene lange Schlangenlinie, bei dem das Pferd zwischen den beiden Zügeln am Hals geführt wird.
Gibt es nur eine Abfolge? Ich meine ja. Obwohl sie in der Praxis dem Pferd angepasst wird, je nach Begabung, Vorerfahrungen und körperlichen Schwierigkeiten, zu denen auch die Angst vor Schmerzen und Wiederholung schlechter Erfahrungen gehören. Gegenstand des study-horsemanship bleibt es deshalb, sich dieser idealen Abfolge zu nähern. Schon jetzt ist klar, dass sie sich aus Elementen der deutschen und der französischen Reiterei zusammensetzen wird. Hinzu kommen werden moderne Erkenntnisse zur tonischen und phasischen Muskulatur. Beim Pferd wird deutlich, was beim Menschen oft im Dunkeln bleibt: der Bewegungsapparat bestimmt die Bewegungsqualität. Und die Haltung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Wahrscheinlich würde es sich lohnen die Wirkung der Übungen und Lektionen der Hohen Schule auf den Körper des Pferdes im Einzelnen zu untersuchen.
Noch ist viel Zeit für Sitzübungen. Alle Reiter machen die selbe Erfahrung. Beim Heben und Aufwärtsdehnen der Arme, einen nach dem anderen, schnauben die Pferde ab und finden ihren Takt. Es erinnert mich an das untere dieser zwei Videos.