Also - die Reihenfolge der Übungen muss eingehalten werden. Nur davon, dass meine Hüftgelenke nun befreit sind und die Impulsübertragungen meiner Beine wieder funktioniert, sind Pinochios Hüftgelenke noch nicht frei oder seine Hanken elastisch.
0. Hb.a.d.1/2l.L. (VHW+SW+SH)
A. S.a.l.Zü. + SiÜb.
B/1. Kl.8/S.a.1/2.l.Zü (h+a)
C/1. Gr.8/T + Tr.verl. + 1/2P?
B/2. g.B. + f.F./S (SH, erste Traverstritte)
C/2. g.B. + f.F/T (l.Sl !!!, kl.G)
D.Hb.a.d.kl.Viereck: Zi/T-G-Ü
E. noch nicht: E. S-G-Ü (HHW, RW)
Deshalb heute dieser Aufbau. Die Vorbereitung an der Hand habe ich ausgelassen und dann die Vorhandwendung und das Seitwärtstreten an der Hand vergessen. Das Resultat war deutlich spürbar. Die Hanken wollten nicht elastisch werden. Es war kein Denken an halbe Paraden, deshalb ging der Übergang vom Galopp zum Schritt nur im Auslaufen. Die ersten Traverstritte klappten von der Verständigung, waren aber nicht angebracht. Die Lösung des Tages waren die langen Schlangenlinie im Trab.
Nur schon einmal erwähnen möchte ich die absolut erstaunliche Wirkung des vorrollenden inneren Zügels als Galopphilfe. Pinochio hat einen Tritt im Schritt lang nachgedacht und sich dann prompt und ohne jedes weitere Zutun auf gesetzten Hanken (die, wie sich herausstellte, für eine schönen getragene Reprise nicht stark genug waren) in der Galopp versetzt.
Das ist, was bisher passiert:
1. Seitwärtsdehnen der Hinterbeine (Vorhandwendung)
2. Beim Wenden das innere Hinterbein belasten (kleinen Acht)
3. Im Trab den Bewegungsapparat aktivieren (große Acht)
4. Die Hinterbein zur Gleichseitigkeit anregen (lange Schlangenlinie)
5. Den Bewegungsapparat lösen und harmonisieren (Schulterherein)
6. In kleinen Galopps die Hinterhand belasten (auf der Geraden)
In Vorbereitung:
- Rückwärts
- Hinterhandwendungen
- Travers
Keine Rede ist vom Biegen. Die Pferde stellen das Genick und wenden in Längsbiegung. Über Rippen- und Längsbiegung habe ich in Teil II von Haltungen ausführlich geschrieben. Noch fehlen die Links zu den einzelnen Kapiteln. Im Klartext: es sieht so aus, als ob die Rippenbiegung dem Pferd zwar möglich ist, sie aber in der Reiterei nichts zu suchen hat. Etwas ganz anderes geht in der Längsbiegung vor. Wenn der Kreis zu klein wird treten sie mit der Hinterhand heraus und bewältigen so zügig auch die kleinsten Volten. Meine Beine bleiben inaktiv und mit größtmöglichem Kontakt immer am selben Platz.
Eine ganz neue Aufgabe ergibt sich in diesem Zusammenhang für die Reiterbeine. Sie begleiten den Pferdekörper ohne jede Eigenbewegung. Alexander Nevzorov hat das raus. Pinochio hingegen weiss noch, wie er die Reiterbeine abstoßen kann. Oder habe ich mich austricksen lassen. Alle Bemühungen gelten der Losgelassenheit meiner Beine und meiner Begleitung des Pferdeleibes. Weil es ja sonst keinen guten Grund hat, sich loszulassen und elastisch zu werden. Hier also ist nun zum ersten Mal der Begriff Losgelassenheit, den nur die deutsche Reiterei kennt. Es gilt seine Entstehung und die physiologische Realität, die er benennt zu erforschen.