Heute waren es für mich vier Pferde: Pinochio, Fallada, Fabian und Lacor. Jitka: Filly und Anna. Jana: Odessa(2x) und Fiona. Sam: Pinochio. Sams Sitz macht große Fortschritte. Für alle anderen ging es darum, die Pferde am halblangen Zügel im Schritt weiter zu kräftigen. Klassenziel: an einem Zügel führen, wenden und parieren. Schwierigkeit: noch sind die Hanken steif, die Rücken schwach, die Konzentration wackelig. Wert der Übungen: Die Pferde finden langsam in ihre letztjährige Form zurück und beginnen zugleich etwas Neues. Sie machen den diesjährigen start-up nicht am hängenden Zügel, sondern lernen die Führung an einer Hand kennen. Die Reiter haben die Gelegenheit, das Pferd zu fühlen. Wie führt der Reiter das Pferd an einem Zügel? Wie verständigt er sich? Wie setzt er sich durch? Was passiert eigentlich im Pferd? Langsam werden die Bewegungen glatter, die Hälse ruhiger, der Schritt schreitender. Die Pferde kauen ab, reagieren prompt auf die eine feine Hand, stehen in Haltung und treten geradeaus wieder an. Unter dem Sattel tut sich was. Die Reiter machen Sitzübungen immer so wie nötig.
Und ein paar Tage später wiederholt sich, was schon in Seattle Thema war. Kerstin Diacont bringt es in ihrem Artikel in "Piaffe/1/2008" so auf den Punkt: "... das Pferd durchaus nicht von Natur aus zäh und phlegmatisch (ist), sondern auf die fehlerhaften Einwirkungen des oft unzureichend ausbalancierten Reiters - (der mit) zuviel und zulange anhaltendem Druck (arbeitet) - (negativ) reagiert." Es kommt schon vor, dass ich - voll auf das was ich will konzentriert - Druck mache anstatt mich auf die ganz feinen und kleinen Hilfen zu konzentrieren, auf die das Pferd sofort und fein reagiert. Und bei einigen Pferden stehe ich mit dem Problem da, welches die Schüler der Leichtigkeit mit dem Einsatz der Gerte lösen. Sie werden dazu aufgefordert. Aber es muss eine andere Lösung geben.