Der oben dargestellte Zusammenhand bedeutet allerdings nicht, dass der Reiter nicht auch einmal entweder die andere Hand einsetzen muss oder merkt, wie sein Bein die Hand unterstützt.
Und trotzdem: Auf Pinochio habe ich den nächsten Ritt mit einem führenden linken Zügel begonnen und so Vor- und Hinterhandwendung geritten. Zuvor noch hatte ich ihn auf Wendungen mit dem inneren führenden Zügel weg von Hals und mit dem führenden äusseren Zügel zum Hals gebogen (also beim Handwechsel nicht den führenden Zügel gewechselt).
Beim Reiten der Hinterhandwendung ergab sich die Gelegenheit die Wendung auf der Stelle vorwärts-seitwärts zu verlassen und auf gerader Linie ohne Änderung der Stellung im Travers weiter zu reiten. Ganz von alleine wurde dabei aus dem führenden äusseren Zügel zum Hals ein führender äusserer Zügel weg vom Hals, während der andere als unterstützender Zügel die in der Hinterhandwendung entstandene Biegung erhielt.
Das Ganze kam fliessend und natürlich zustande, genau so wie Craig es mir in Seattle gezeigt hatte. Hätte ich statt des inneren biegenden Zügels ein inneres und statt der äusseren seitwärts weisenden Zügels ein äusseres Bein einsetzen sollen, wie es ja auch Nuno Oliveira vorschlägt? Es wäre mir in dem Augenblick nicht in den Sinn gekommen. Denn es ist deutlich einfacher für den Reiter und angenehmer für das Pferd, sich an der Hand des Reiters alleine zu orientieren. Die Reiterbein folgen automatisch und intuitiv dem, was die Hand vorgibt.
Mit dieser Traversale, und nachdem wir das Angaloppieren am vorrollenden inneren führenden Zügel ausprobiert haben, hat für Pinochio nun erst einmal das Ausprobieren ein Ende. Geduldig hat er auf die von Craig gelernten Einwirkungen reagiert, als sei er mit in Seattle gewesen. Er hat die ganze Progression von kleiner Acht zu Vorhandwendung, Seitwärtstreten, Schulterherein, Hinterhandwendung, Traversale und Angaloppieren mit der inneren führenden Hand brav mitgemacht. Nicht nur hatte Craig genau das vorausgesagt. Ich selber habe etliche Male mit jeder neuen Erkenntnis erneut erlebt, wie genau das Pferd den Reiter liest und schon weiss, was er gerade erst begriffen hat. Und man braucht nicht erwähnen, dass sie alles über den equiden Bewegungsablauf wissen.
Inzwischen hat sich Pinochios Schiefe und fehlende Geraderichtung als vorläufig limitierender Faktor eingeschlichen. Auch nach diesem Ritt trat das rechte Hinterbein im Freilauf nicht frei zum Schwerpunkt und etwas kürzer. Zwar nur noch nach dem Rechtsgalopp, aber eben doch. Es ist also mehr Schritt am halblangen Zügel im Schultervor angesagt. Dazu Anhalten, Stehen und wieder Anreiten. Vielleicht etwas halbes Schulterherein. Und Geduld.