Habe in diesem Zusammenhang gestern eine Gleichgewichtsübung entdeckt, die über meine eigene Befindlichkeit hinaus Bedeutung haben könnte. Das Erstaunliche ist, sie verbessert neben dem Gleichgewichtsinn auch Beweglichkeit und Raumempfinden. Diese Übung ist die Entsprechung der ganz kleinen Vor- und Rückwärtsbewegungen des Pferdes, die unter dem Begriff "Schaukel" als eine der besten Bewusstseinsschulungen der klassischen Reiterei bekannt ist.
Der Reiter stellt sich leicht breitbeinig mit entspannten Knien so auf seine Füsse, dass sein Körpergewicht auf der Mitte des Spanns ruht. Dann verändert er mit Hilfe des Bauchnabels die Stellung seines Becken so, dass mehr Gewicht abwechselnd auf den Fußspitzen oder den Fersen ruht. Winzige Bewegungen reichen.
Zieht er den Bauchnabel ein rundet sich der untere Rücken. Es ist als laufe er bergab. Drückte er den Bauchnabel raus, wird sein Rücken hohl und es ist als laufe er bergauf. Er aktiviert durch diese Übung die Reaktionen seines Körpers auf die Erdanziehungskraft. Interessanterweise erweitert diese Trockenübung zugleich den Radius der Drehbewegungen des Oberkörpers. Am besten ausprobieren ohne das Fundament der Beine und des Beckens zu verändern.
Ich habe danach ein DinA4 Blatt in sechs Zettel zerlegt. Sie waren alle genau gleich groß.
Was bedeutet das alles? Der tiefen Muskulatur wohnt ein Sinn für Erdanziehungskraft und Gleichgewicht inne. Sie steuert die Beweglichkeit des Körpers und die Empfindung des Raums. Alle Bemühungen drehen sich deshalb um die tiefe Muskulatur und ihre Steuerung. Sie hängt von noch ganz anderen Zusammenhängen ab, wie Wahrnehmung, Zustimmung, Vertrauen und Aufmerksamkeit.