Pferde, die nichts anderes als falsch verstandenes Vorwärts kennen, können Wenden um die Vorhand selbst als Möglichkeit oft erst gar nicht begreifen. Sie kennen nur das schiebende Hinterbein und wollen in ersten Linie nach vorne. Diese Pferde werden häufig in einer Schulterherein artigen kleinen Volte zur vermehrten Lastaufnahme des inneren Hinterbein bewegt. Diese Übung wird als Vorhandwendung bezeichnet. Von ihr ist hier nicht die Rede.
In der klassischen Vorhandwendung treten die Vorderbeine am Platz. Die Hinterbeine treten seitwärts und das Pferd kommt auf der Stelle herum. Der Körper kann ganz gerade bleiben. Er kann in die eine oder die andere Seite gebogen sein. Wichtig ist, das gleich der erste Schritt sich seitwärts orientiert.
Schon viel ist über die Vorhandwendung gesagt und geschrieben worden. Sie ist eine Schlüssellektion in der klassischen Reiterei, für Deutsche wie für Franzosen. An dieser Stelle sei deshalb nur das Folgende hinzugefügt.
Wenn es gelingt, das Pferd zu einer ganz langsamen Ausführung zu bewegen, dann stehen die Chancen gut, dass es dabei nicht nur die Seitwärtsbewegung der Hanken, sondern auch die Stellungen seiner Kruppe, die Funktion des Sakralgelenks und der Bewegungsschaltung zwischen Vor- und Hinterhand entdeckt. Wenn das Pferd versteht, dass es diese Funktionen bewusst und willentlich beherrschen kann, dann ist es für jede weitere Ausbildung sehr viel besser vorbereitet.
Vielleicht bietet es dann beim nächsten Ritt schon den gezählten Schritt an. Und das Treten der Vorderbeine auf der Stelle ist gefressen und kein Thema mehr.