Reaktionen nach der ersten Behandlung am 18.1.2008
Am Ende der Behandlung:
Ich erhebe mich vom Behandlungstisch, stehe auf dem Boden und fühle mich einen halben Meter kürzer. Sofort die Frage: „Bin ich das?“. Unsicherheit und inneres Suchen werden durch die Anweisung der Therapeutin das Sternum auf- und gen Himmel zu richten erleichtert. Gefolgt vom Lösen des Kopfes von der Halsbasis und von einem, wie vom Schnürchen aufwärts gezogen werden. Alles in allem fühlt sich der Körper nach der Behandlung wohl und in der Bewegung stabiler an.
Am Abend des selben Tages:
Auf der Rückfahrt in die Normandie spiele ich mit meinen Händen und merke, dass die linke Hand sich bestimmte Bewegungen neu erarbeiten muss.
Am frühen Morgen des nächsten Tages (19.1.2008)
kommt es zu einem Durcheinander im Solarplexus hinsichtlich der Ohren. Da wo sonst Bewegung ist, herrscht nun Taubheit. Ganz so als könne ich nicht hören, obwohl ich ganz offensichtlich hören kann. Es fehlt das Ohrenflattern, welches (ich weiss nicht mehr wie lange schon) einsetzt, wenn eine Anforderung an mich herantritt, die ich für zu groß halte. Statt des aufgeregten Flatterns nun Stille. Irgendwie sucht sich die Energie, die ich zur Lösung der Anforderung (in diesem Fall eine Designfrage) einsetze eine andere Bahn. Eindeutig identifiziere ich mich dem Flattern mehr als mit der nun herrschenden Stille. Und ich muss mich mit erst einmal mit meinem Ich-Bild auseinandersetzen. Dabei geht das Leben weiter.
Nach einem langen Spaziergang am frühen Nachmittag merke ich im Spann des rechten Fußes, dass ich das rechte Bein mehr belastet habe.
Am Tag danach (20.1.2008)
merke ich am Schritt meiner Wohnhose, dass sich der Beckenboden nach rechts verlegt hat. Bei der Morgengymnastik wirkte mein gesamter Körper im Spiegel „normaler“. Die Armkugeln sind gesenkt und besser im Körper integriert, die Seiten sanfter, die Ausformung der Hüften gleichmäßiger etc.
Beim Schnibbeln des Gemüses für den Mittagstisch richtet sich meine rechte Schulter wie gestern bei der selben Arbeit zurück. Der ganzer Körper dehnt sich ohne Aufforderung, ausgelöst von der Aktivität meiner Hände aufwärts.
Am Abend des nächsten Tages (21.1.2008):
Das wiederholt sich auch heute wieder.
Dazu immer wieder Anpassungsschwierigkeiten im linken oberen Bein zwischen Leiste und oberem Oberschenkel. Es fühlt sich an, als passen Knochen, Bänder und Muskeln nicht mehr zusammen und diese Körperregion muss effiziente neue Bewegungsmuster erst erproben. Manchmal will das linke Bein kurzzeitig einfach nicht.
Am 22.1.2008:
Realisation dass social skills, wenn überhaupt mit den Mitgliedern der eigenen Familie und im direkten eigenen Umfeld beginnen. Den Anderen zuhören und echte eigene Bedürfnisse zur Sprache bringen sind unverzichtbar.
Am 24.1.2008:
Schwindel nach einem wichtigen, ausgedehnten Erstkontakt-Telephonat. Unterzuckerung behoben durch Espresso, Honig und Yoghurt (keine Milch) und Massage der Schläfen, die entlang der Kiefergelenke, zwischen Ohren und Augen schmerzten. Dieser ungewohnte Berührungsschmerz erinnert mich an Claudias Beurteilung: „Zuviel Augen, zuwenig Ohren“. Schwindel hat mit dem Gleichgewichtssinn in der Schwerkraft der Erde und mit den Ohren, und damit wohl auch dem Hören zu tun. Weiterhin kein Ohrenflattern.
Mir fällt ein, dass beim Einkaufen vorher heute morgen beim Laufen mein linkes Bein wieder nicht korrekt, glatt vorwärts-rückwärts, sondern auf merkwürdige Weise mit einer Art Drehbewegung funktionieren wollte. Mein Kontakt zum Boden war dadurch gestört.