Seit einer Woche ist die vierjährige Rahel nun zum Reiten hier.
Nachdem sie verstanden hat, dass Flüstern hörbar und Schritt auch eine Gangart ist, hat sie heute auch im Reiten grosse Fortschritte gemacht. Auch mir dämmert langsam so einiges. So hat heute zum Beispiel der Zuruf gleich zu Beginn des Trabs: "Rahel, gross machen", sofort die nötige Reaktion hervorgerufen. Sie ist so der Gefahr wieder zu Kauern und dadurch schlimm geschüttelt zu werden gerade noch rechtzeitig entkommen.
Rahel selber bat um das Abfragen von Übungen, die sie prompt und ohne jede Schwierigkeit ausführte. Das waren neben den schon bekannten Übungen in die Hände klatschen, Winken und Vogel sein, der Bodenschütze, die Arme heben, die Knie heben und die Fußspitzen berühren. Nach einer Kombination von Arme und Knie heben und anschliessendem Fußspitzen anfassen kam der Durchbruch. Sie hat losgelassen und im engen Kontakt mit der bewegten Masse unter ihr sich dem Pferdchen spontan anvertraut.
Dieses Pferdchen hingegen war zwar leidlich brav aber weder gerade gerichtet noch losgelassen. Auf der linken Hand hat es unter grossem Abschnauben und -husten die Kruppe geschlossen. Auf der rechten Hand fiel es bei steif vorgestrecktem Hals in die Wendungen. Das Sitzen im Trab war dadurch für Rahel rechts herum schwieriger als links, wo es nach den Anfangstritten problemlos klappte.
Zum Schluß hat sie die Aufgabe bekommen für das nächste mal über das Lösen jeweils einer Hand vom Sattelgriff nun auch im Trab nachzudenken. Mit beiden Händen loslassen haben wir im gegenseitigem Einverständnis auf übermorgen verschoben. Das weiche Sitzen im Trab hat sie begeistert und die Aufgabe weitere Schritte vorzudenken scheint ihre Aufmerksamkeit für weiteres Lernen gewonnen zu haben.
C.S.