Nach jeder Weidepause braucht das Pferd eine Vorbereitungsphase, die es dazu ertüchtigen den Reiter losgelassen und selbstbewußt zu tragen. Alles im Folgenden Gesagte gilt für jedes Pferd, welches in Beritt genommen wird. Sei es ein zuvor irgendwie gerittenes oder ein junges zuvor noch nicht gerittenes, ein ausgebildetes oder ein gestörtes Pferd. Und - wie das Pferd, braucht auch der Reiter eine entsprechende Vorbereitung.
Was passiert in der Start-up-Phase des Study-Horsemanship?
1. Reiter und Pferd laufen zusammen (siehe 'Das Pferd richtig führen'). Dabei schliesst das Pferd die Kruppe, die Geraderichtung der Hinterhand und des Halses wird angesprochen und das Zusammenwollen am Boden geklärt. Die Sauerstoffversorgung des Pferdes und des Reiters verbessert sich. Bänder, Sehnen, Muskel- und Bindegewebe beider werden elastisch, der Bewegungsapparat belebt sich.
2. Auf dem Pferd wird das am Boden erlangte nun vom Sattel weiter geübt. Wenn das Pferd beginnt frei auszuschreiten, kommt das prompte Wenden auf frei gewählten Linien dazu. Und dann Anhalten, Stehen und wieder Antreten, nun mit dem Gewicht des Reiters. Dabei hät der Reiter die Belastung des inneren Hinterbeins, die Geraderichtung und die Längsbiegung (siehe die entsprechenden Begriffsklärungen) des Pferdes im Auge.
3. Die Schrittphase nutzt der Reiter um seinen Sitz ins Gleichgewicht zu bringen (siehe 'Grundlegende Voraussetzungen...'), seine Absätze immer weiter nach unten zu dehnen, mit seinen Beinen das Pferd zu umfassen (siehe 'Elastisch und dran' und die 'Wirkung der Beine beim Leichttraben') und die Wirkung seiner Haltung und seiner Haltungsänderungen auf das Pferd unter ihm abzustimmen. Bisher unerfahrene Reiter nutzen diese Schrittphase zu Pferd, um sich in die Themen der Reiterei einzufühlen und ihren Sitz zu finden.
4. Der erste Teil der Schrittphase findet am hängenden Zügel statt. Wenn das Gleichgewicht des Sitzes gefunden ist, das Pferd rechts wie links auf das Anlegen des äußeren Zügels zügig wendet und Harmonie eingetreten ist nimmt der Reiter die Zügel auf und widmet sich der Geraderichtung des Pferdes.
Fortstzung folgt...