Auf dem Ruhepunkt an T12/13 im Rücken des Pferd ruhen des Reiters Gesäßknochen. Eine senkrecht zwischen ihnen aufsteigende Linie verläuft durch das aufrechte sensorisch-motorische System in der Wirbelsäule des Menschen und verlässt die Schädeldecke genau im Mittelpunkt. Die losgelassenen Beine hängen in einer deckungsgleichen Fallinie an den Seiten des Pferdes herab.
Diese Fallinie durch den Körper des Reiters deckt sich mit dem Schwerpunkt des Pferdes.
Daraus ergeben sich die grundlegenden Zusammenhänge der Reiterei:
1. Nur in der Deckungsgleichheit der Fallinien und Schwerpunkte
a. ist die Wirbelsäule des Reiters stabil und sicher
b. kann das Pferd die Impulse des sensorisch-motorischen Systems unmissverständlich lesen
c. kann der Reiter die Bewegungen des Pferdes eindeutig bestimmen
d. braucht das Pferd nicht zusätzliche Kraft und Aufmerksamkeit für das Gleichgewicht des Reiters aufbringen
2. Daraus folgt, dass das Pferd erst und nur, wenn die absolute Deckungsgleichheit der Schwerpunkte sicher gestellt ist,
aa. sich loslassen und
bb. durchlässig sein wird
cc. den Reiter voll verstehen und
dd. sich dem Reiter voll anvertrauen wird.
3. Wie und warum das hier Gesagte bis auf einen kleinen, aber entscheidenden Unterschied auch für den von F. Caprilli entwickelten Sitz, der zur Grundlage der heutigen Sportreiterei wurde gilt folgt.