Die Frage kam auf, warum ein Pferd unter dem Reiter das Schliessen der Kruppe entweder ganz vernachlässigt oder im Zuge des Reitens aufgibt. Welche möglichen Gründe gibt es hierfür?
1. Lustlosigkeit. Sie bewirkt eine Deaktivierung der Rückenmuskulatur zwischen dem Platz des Reiters und dem Lendenbereich. Diesem folgt das Loslassen des schrägen Bauchmuskels, der für das Schliessen die Kruppe und das Beibehalten dieses Schliessens zuständig ist.
2. Angst vor Schmerzen, die sich neben fehlendem Kruppenschluss in sogenannter Körperangst ausdrückt (Scheuen vor Nichts oder aus kleinsten Anlässen). Gelingt es dem Reiter den Kruppenschluss zu bewirken hat er unvermittelt ein scheufreies, williges Pferd unter sich.
3. Fehlende Stütze des inneren Hinterbeins. Weil die Hinterbeine nicht beidseitig gleich unter den Schwerpunkt treten ist das fortlaufende Heben der Wirbelbrücke nicht gesichert. Gelingt es dem Reiter diese Schiefe in der Hinterhand zu beheben, hat er auf einmal ein fleissiges Pferd unter sich. Das unter den Schwerpunkt tretenden inneren Hinterbeins bewirkt die Leistungfähigkeit des Pferdes und die Kontrolle des Reiters.
4. Fehlendes Vorwärtsgehen des Pferdes. Gelingt es dem Reiter das Pferd vorwärts zu reiten so spürte er wie sich der Pferderücken unter ihm hebt und er den 'Motor' des Pferdes unter sich hat.
Von den genannten Ursachen ist die zweite (Angst vor Schmerzen) die Schwierigste, weil der Reiter häufig weder Ursache noch Ausmaß der Schmerzen kennt oder einschätzen kann. Es ist Vorsicht geboten, weil es zu uneinschätzbaren Reaktionen des Pferdes kommen kann. Bodenarbeit, Tierarzt und langsames, gut beobachtendes Vorgehen bieten sich an.
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