Das was in reiterlicher Umgangssprache 'Der Sitz des Reiters' genannt wird besteht aus einer Reihe von einzelnen Aspekten.
Grundlegend im wörtlichen Sinne sind das Gesäß des Reiters, welches auf dem Rücken des Pferdes ruht und die Reiterbeine die am Pferdeleib herunterhängen und deren Innenseiten an diesem angeliegen.
Ebenso grundlegend ist das vorgeschobene Kreuzbein, auf Grund dessen horizontaler Oberseite sich die reiterliche Wirbelsäule erst aufrichten und zur Säule werden kann. Jeder einzelne Wirbel dieser Säule wird dadurch von dem darunterliegenden von unten unterstützt. Die Einrichtung bestehend aus Becken und Wirbelsäule lastet auf dem Ruhepunkt im Rückgrat des Pferdes. Die in sich im Prinzip elastische Wirbelsäule ist nun aufrecht und in dieser aufrechten Haltung beruhigt. Der Kopf der Reiters ruht im Gleichgewicht auf dieser Säule.
Hände, Arme, Schultern und Bruskorb sind durch das Schlüsselbein strukturell mit der Wirbelsäule verbunden. Das Zurücklehnen des Nervenabschnitts C8 zwischen Hals- und Rückenwirbeln erzeugt dadurch unter anderem ein Anheben des Brustkorbs und das Schliessen der Schultern. Der Reiter winkelt seine Unterarme bei locker am Körper anliegenden Oberarmen. Seine Hände hält er ruhig vor seinem Leib, damit das Pferd via Zügel Kontakt mit ihnen aufnehmen kann.
Die Beine sind spannungsfrei. Der Reiter setzt das Fallenlassen der Absätze, das Umfassen des Pferdeleibes mit den gesamten Beinen und den Wadendruck entsprechend der Haltungen des Pferdes und der bevorstehenden Aufgaben ein.
Der Sitz des Reiters ist losgelassen. Die Spannung des Sitzes entsteht durch die Dehnung des Körpers nach oben und die Dehnung der Beine nach unten.