Im Study-Horsemanship hat sich bewährt, die Schiefe des Pferdes nicht als einen Zustand, sondern als eine Ursache mit einer Reihe von Folgezuständen zu begreifen und diese einzeln zu berücksichtigen.
Aufgrund der Schiefe des Pferdekörpers fühlt sich das Gehen auf der linken und auf der rechten Hand für das Pferd völlig anders an. Das Pferd kann die vom Reiter auf einer Hand eingesetzten Mittel der Geraderichtung nicht automatisch auf die andere Seite übertragen, sondern muss auf beiden Händen einzeln seiner Schiefe entsprechend angewiesen werden.
Die Schiefe des Pferdes kann nur von hinten her aufgelöst werden. Ohne gleichmäßig unter den Schwerpunkt tretende Hinterbeine sind die Funktionen des Kruppenschlusses nicht gesichert. Der Kruppenschluss wiederum erhält im equiden Bewegungsablauf die zentralen Wirkungen des Sakralgelenks. Ohne in die Mitte gerichte Halsbasis übertragen sich die Nervenimpulse im Rückgrat des Pferdes nicht.
Diese sogenannte erste Geraderichtung wird, wenn überhaupt heute im Normalfall durch Vorwärtsreiten auf langen Linien bewirkt. Geschickte Reiter erzielen dabei häufig auch im leichten Sitz eine Geraderichtung, die ihren Bedürfnissen gerecht wird. In der klassischen und in jeder der Physioplogie entsprechenden Reiterei zeigen sich bei der ersten Geraderichtung deutlich die Fehler des Sitzes. Hohlkreuz, Rundrücken, Einknicken in den Hüften und die fehlende Fallinie des Sitzes machen ein direktes Ansprechen des Pferdes durch des Reiters einfachstes und wirksamstes Mittel, seinen Haltung, unmöglich.
Mehr dazu unter "Haltung (2008)".