Der Reiter hat durch zwei nervliche Systeme Kontakt zum Pferd.
(1) Die Dermatome seiner Haut korrespondieren mit den Dermatomen des Pferdes. Beide werden vom sensorisch-motorischen System im Rückenmarksstamm direkt innerviert. Das Pferd liesst so den Menschen auf seinem Rücken und interpretiert seine Haltungen. Dieser Kontakt tritt in Kraft sobald der Reiter das Pferd besteigt. Er ist unvermeidbar. Eine moderne Reiterschulung beginnt deshalb mit der Körpersprache des Reiters. Sie umfasst in Theorie und Praxis die Haltungen des Reiters und die Übertragung der Nervenimpulse zwischen Reiter und Pferd.
(2) Die Zügel in des Reiters Hand wirken via Ringfinger auf das Gebiss und den Unterkiefer des Pferdes ein. Via Parasympathikus setzt sich diese Einwirkung auf den Solarplexus und die Innervierung der Hinterhand fort. Die Einwirkung der Reiterhand auf die Hinterhand des Pferdes setzt voraus, dass das Pferd Kontakt mit der Hand des Reiters aufgenommen hat (siehe 'Anlehnung').