Der Reiter hat im ersten Ausbildungsziel die Beseitigung der Schiefe in der Hinterhand, das Erreichen der Gleichseitigkeit in Hals/Genick und die Elastizität der Hanken des Pferdes erreicht. Erst nach dieser 'vorläufigen' Geraderichtung lässt sich die entgültige Geraderichtung erreichen. Warum?
Solange die Hinterbeine des Pferdes nicht gleich stark und gleich elastisch sind besteht eine Unregelmäßigkeit in der Vorwärtsbewegung der Hinterbeine. Sie treten nicht gleichmäßig unter den Schwerpunkt. Dadurch ist das Heben und Unterstützen der Wirbelbrücke nicht auf beiden Seiten gleich. Solange das Pferd seine Halsbasis nicht in der Mitte des Rumpfes trägt und sie von dort aufrichtet ist die muskuläre Verbindung zu den Schulterblättern und den Rippen nicht auf beiden Seiten gleich.
Beginnt der Reiter das Biegen des flexiblen Mittelteils, welches sich zwischen der Wirbelbrücke und dem unteren Halses befindet besteht die Gefahr, dass das Pferd die Schiefe zwischen den drei Elementen der Geraderichtung (Hinterhand, Halsbasis und flexibles Mittelteil) hin und her schiebt und so einer vorläufigen und einer entgültigen Geraderichtung für immer ausweichen kann.
Trotzdem hilft die beidseitige Gymnastizierung der Wirbelbrücke in der Bodenarbeit der Körperbeherrschung des Pferdes und seiner Geschicklichkeit. Warum finden Sie in der Begriffserklärung 'Ausbildung'.