Das Schliessen der Kruppe ist eine Vorwärtsbewegung des Pferdebeckens… (mehr dazu hier).
Beim Schliessen der Kruppe schliesst sich das Sakralgelenk. Mehr zur Rolle des Sakralgelenks im Bewegungsablauf des Pferdes und die Einflussnahme des Reiters Ringfingers auf seine Innervierung finden Sie in den Kapiteln II.c. und IV.b. des Textes 'Die Elemente der Reiterei (2007)'.
Das Schliessen der Kruppe ist Voraussetzung für das fleissige und losgelassene Vorwärtsgehen des Pferdes. Es bewirkt das Heben der freitragenden Wirbelbrücke und ist die Voraussetzung für deren Kräftigung und Elastizität. Das Pferd lernt beim Reiten entsprechend der Leistungsforderungen des Reiters ein Gleichgewicht zwischen dem Grad des Kruppeschliessens (dem das Schliessen der Sakralgelenks zwangsweise folgt), der Haltung der freitragenden Wirbelbrücke und der Elastizität seiner Hanken (siehe Begriffserklärung 'Hanken') einzurichten.
In der freien Natur schliesst das Pferd die Kruppe auf Grund der an es herantretenden Leistungsanforderungen. Als solche interpretiert es auch den Reiter auf seinem Rücken und den Druck seiner Oberschenkel auf die obere 11. Rippe. Das Schliessen der Kruppe wird durch einen Reflex im Bereich der 11. Rippe ausgelöst und im Takt der Bewegungen vom innere Hinterbein unter dem Schwerpunkt laufend erneuert.
Beide, das Schliessen der Kruppe und deren ständige Erneuerung durch das beidseitig gleich (!) unter den Schwerpunkt tretende jeweils innere Hinterbeins, sind Grundvoraussetzung für den ersten und den zweiten Gang und den Übergang zwischen ihnen. Sie erhalten des Pferdes Bewegungsablauf und verhindern, dass zuviel Gewicht auf die Vorhand kommt. Im Reitpferd kommt es ohne Kruppenschluss bald zu aller Arten von Steifheiten und dann schnell auch zu Widersetzlichkeiten.