Die Anlehnung des equiden Unterkiefers an das Gebiss und damit an die Hand des Reiters ist das Resultat einer Vorwärtsdehnung des langen und des oberen Rückenmuskels und der stabilisierenden Wirkung der Halsmuskulaturen.
Der Begriff Anlehnung sagt nichts über ihr Gewicht aus. Die Logik der reiterlichen Physiologie legt nahe, dass dieses nicht mehr sein sollte, als die Muskulaturen des menschlichen Ringfingers mühelos bewältigen können. Trotzdem gibt es Situationen, in denen die Anlehnung dieses Maß übersteigt. Als positives Beispiel sei hier das vertrauensvolle sogenannte 'Abstossen des Pferdes' von der Hand des Reiters genannt (siehe die entsprechende Begriffserklärung), welches das Pferd einsetzt, um den Unterkiefer zu lösen und das lange Band zu spannen.
Es gibt das kräftige Zurückhalten eines ungestümen Pferdes, welches vom Reiter den Muskeleinsatz der Arme, Schultern und des Rückens fordert. Und es gibt eine Situation, in der das Pferd sich kräftig an die Hand des Reiters anlehnt, nicht um Kiefergelenke und Zunge zu lösen, sondern um auf die Hand des Reiters einzuschlafen und so den Einsatz der Hanken zu vermeiden. Bald treten dann die Hinterbeine nicht mehr unter den Schwerpunkt, das Körpergewicht des Pferdes verlagert sich nach vorn und der Reiter verliert seine Dominanz (eine Ausführung wie und warum die Dominanz des Reiters mit dem tragenden inneren Hinterbeins zu tun ha folgt). Gepaart mit Eilen kommt es so zum Durchgehen des Pferdes.
Anderseits ist eine Frage der Definition, wie der leicht durchhängende, sogenannte 'halb gespannte Zügel' physiologisch und reiterlich korrekt zu benennen ist. Schlichtes Ausprobieren weist nach, dass die Bewegungen der Ringfinger sich auch bei solcher Zügelführung auf das Maul und damit auf die Hinterbeine des Pferdes übertragen.