Die Liste der hier aufgeführten Einwirkungen des Reiters ist während der Untersuchungen für 'Die Elemente der Reiterei (2007)' entstanden. Sie hat sich bei den vielen ganz unter-
schiedlichen Pferden des 'Study-Horsemanship' genau so immer wieder bewährt und ist zur Zeit Grundlage der Erforschung des reiterlichen Bewegungsapparats.
Zum eindeutigen Verständniss dieser erweiterten vollständigen Skala der Ausbildung ist es sinnvoll die 'Untersuchungen der Körpersprache des Reitens' zu berücksichtigen.
1. Richtungswechsel: Im Schritt am hängenden Zügel dem noch nicht gerade gerichteten Pferd die Einwirkungen zum Wenden entsprechend seiner Schiefe erklären: Auf der kleinen Acht rechts herum durch einen geschickten Einsatz von Hand und Zügel die Halsbasis nach rechts verlegen. Links herum durch einen geschickten Einsatz der Reiterbeine die Rippenbiegung erzielen und so das Pferd veranlassen links entgehen seiner Schiefe nachzugeben (siehe dazu 'Die Schiefe des Pferdes'). Dabei Blick und Schultern in die Bewegungsrichtung wenden. Das Pferd lernt so die Hilfen zum Richtungswechsel kennen und unterstützt dabei mit dem inneren Hinterbein seinen Schwerpunkt. Der Reiter erlernt seine grundlegenden Einwirkungen.
2. Takt: Am aufgenommenen Zügel in allen drei Grundgangarten den optimalen Takt des Pferdes aufspüren und durch Änderungen der Tritt- oder Sprunglänge festigen. Zum Verlängern der Tritte die Waden, zum Verkürzen das Durchfedern der Absätze einsetzen. Der Reiter spricht dadurch das vermehrte Schieben der Hinterbeine beim Verlängern und ihr vermehrtes Tragen beim Verkürzen der Tritte so an, dass das Pferd ihn spontan verstehen kann. Das Pferd findet und festigt dabei den Takt seiner Bewegungen, der Reiter erlernt den grundlegenden Einsatz seiner Beine.
3. Losgelassenheit: Bisher bestand keine Notwendigkeit für ein Gebiss im Maul des Pferdes. Für das Schultervor lernt das Pferd die Einwirkung des Ringfingers kennen. Mit dem Ringfinger stellt der Reiter das Genick des Pferdes und leitet damit die Längsbiegung ein. Als Resultat des unter den Schwerpunkt tretende jeweils innere Hinterbeins (1), des Vorwärtsgehens (2) und der Längsbiegung (3) findet das Pferd in die Losgelassenheit. Der Reiter lernt die Längsbiegung des Pferdes im Unterschied zur Rippenbiegung kennen.
-----in Bearbeitung------
4. Vorläufige Geraderichtung: Wenn nötig mit dem äusseren Zügel Genick und Körper des Pferdes gerade halten und es so auf gebogenen Linien im Schultervor reiten. Damit die eingeleitetet Geraderichtung fördern und festigen (siehe Geraderichtung)
Warum beim ersten Ausbildungsziel die systematische Rippenbiegung des Pferdes noch nicht angesagt ist siehe 'Entgültige Geraderichtung'.
5. Anlehnung: Durch regelmäßiges Reiten Hals- und Rückenmuskulatur stärken und so die Anlehnung einleiten.
Erst wenn das Pferd sich vertrauensvoll an die Hand des Reiters dehnt kann es im nächsten Schritt die Durchlässigkeit kennen lernen.
6. Durchlässigkeit: Bei beginnender Anlehnung mit dem Ringfinger auf den gelösten Unterkiefer und damit auf die Hinterbeine des Pferdes einwirken und so die Durchlässigkeit bewirken.
Mit der Durchlässigkeit ergibt sich der nahtlose Impulsaustausch aller drei im Reiten angesprochenen Nervensysteme (siehe dazu '....').
7. Kontrolle der Bewegungsfreude: Das Pferd wenn nötig mit dem 'effet d'ensemble' anhalten und es daran gewöhnen ruhig und gelassen unter dem Reiter zu stehen.
Der Reiter hat mit dem 'effet d'ensemble' eine sicheres Mittel auch ein unaufmerksames Pferd zum Halten zurückzuführen (dazu siehe 'Effet d'emsemble').
Zurück zur Eingangsseite