Heute habe ich mir zur Gesellschaft für das Mittagessen einige Bücher mit genommen. Gedankenlos habe ich eines aufgeschlagen und begonnen zu lesen. Und - Sehen Sie selbst - worauf ich mit Erstaunen gestoßen bin: einen, der sich das Recht nahm selbstständig zu denken. 1784, noch vor der französichen Revolution und dem Zustandkommen der American Constitution, noch vor der Bevölkerungsexplosion, aufgrund derer die Erdenbevölkerung sich inzwischen alle 50 Jahre verdoppeln, hat er laut über ein hoch aktuelles Thema der Menschheit nachgedacht.
Bei einer Google-Suche stellte sich schnell heraus, dass auch er sich den historischen Realitäten seiner Zeit nicht entziehen konnte. Weder Katholiken noch Juden durften an der Universität von Königsberg lehren. Die Katholiken nicht, die aus dem unmerited favor des Höchsten einen Handel machten, und auch die Juden nicht, die - wie er bemerkte - keine Religion, sondern ein Volk seien.
Gott gibt es nicht. Ich glaube kaum, dass Kant so weit gegangen wäre. Angesichts der Menschheit und ihres Habitats scheint sich heute, zweihundert Jahre später, die Frage anders zu stellen. Denn: "Warum kennt eigentlich der Mensch den, der ihn gemacht hat nicht?
Und mir gefällt, was Neil Turok in seinem TED/talk vom Februar dieses Jahres zum big bang sagt: "... the real question is what 'banged' ... ?" Er spricht von Mathematik so wie ich bisher nur die gesprochene Sprache verstanden habe: Wenn es Worte gibt, für etwas, dieses Etwas gibt es.
Auch in Sachen Reiterei tut sich etwas.