Gott der Herr redet, wer sollte nicht Prophet werden? (Amos 3:8)
Auf der Rückfahrt von Köln habe ich eine neue Biographie von Susan Sontag gelesen und daraufhin spontan einen Text begonnen. Mit dem habe ich erst einige Zeit laboriert und ihn dann weggeschmissen. Weil er mir zu persönlich war und nicht schlüssig wurde. Weil die Themen zu sehr hin und her sprangen und ich mich, wie so häufig beim Schreiben mehr mit dem Stil als dem Inhalt befasst habe.
Heute morgen dann diese Bibelstelle ... ! ... und deshalb noch einmal zurück zur Schlussfolgerung des vernichteten Textes.
"Nach dem Gespräch mit meinem Mann über Susan Sontags habe ich ihr Essay "Über die Photographie" aus dem Bücherregal geholt und gelesen. Erstaunlich war, wie angestaubt der Text 30 Jahre später heute klingt. Und wie so gar nicht zum Punkt. Er wirkt fast wie die unfreiwillige Vorschau einer alternden, selbstverliebten Intellektuellen auf das was Bernard Kouchner, Sarkozys Aussenminister, in einer Ansprache im "Forum for New Diplomacy" in Paris im März 2008 zum Thema U.S.A. so formulierte: "... the magic is over. It will never be as it was before".
Und ich lese in den Sprüchen Solomons weiter und kann gar nicht aufhören. Hier nur einer, der mich als junger Christ vor 30 Jahren, damals noch in Washington sehr beeindruckt hat.
Ruft nicht die Weisheit...? Öffentlich am Wege steht sie und an der Kreuzung der Straßen ... und ruft: Merkt ihr Unverständigen, auf Klugheit, und ihr Toren, nehmt Verstand an! Hört, denn ich rede was edel ist ... . Alle Reden meines Mundes sind gerecht, es ist nichts Verkehrtes noch Falsches darin.
"Es gibt also eine Weisheit Gottes, die der Mensch haben kann, der sie möchte," habe ich damals gedacht. Und - wie könnte ich etwas anderes wollen.